Es war die Idee, Bilder komponieren und gestalten zu können – frei von Restriktionen – die mich antrieb, Fotograf zu werden. Besonders die Werbefotografie inspirierte mich schon in jungen Jahren.

Nachdem der erste Schritt mit dem Meistern der technischen Aspekte des Berufs erst einmal getan war, und mir aufgrund etlicher Jahre Erfahrung mit Auftragsarbeiten ein Spitzenprofil unter den Professionals attestiert wurde, konnte ich mich endlich auf mein wahres Ziel konzentrieren. Ich machte mich auf die Suche nach einem neuen Look, einem neuen Stil, einer frischen Perspektive. Mit der Serie Digitaler Kompositionen habe ich exakt das gefunden. Jede Komposition macht aus bekannten Perspektiven und alltäglichen Ansichten etwas Neues – sozusagen ein Recycling von Gewohntem zu einer nie dagewesenen Form. Das Resultat beruht auf einem mehrtägigen Prozess von Übereinanderschichten mit verschiedenen Techniken der Bildbearbeitung und sequenzieller Optimierung einzelner Bildbausteinen.

Der lange Weg hierhin war kein sonderlich einfacher. Als Teenager verfügte ich zwar über jede Menge Passion für die Fotografie; der Zugriff auf eine Kamera zum Experimentieren und Erlernen des Handwerks blieb mir allerdings lange verwehrt. Entschlossen dennoch meine eigenen Aufnahmen zu machen, nahm ich einen Umweg und begann eine Lehre als Mechaniker für die damalige Swissair. Als ich genug angespart hatte, konnte ich endlich die erste Spiegelreflexkamera mein eigen nennen. Nachdem ich ein paar Fotowettbewerbe gewonnen und für einige Zeitungen fotografiert hatte, machte ich meine Passion zum Beruf, indem ich eine zweite Lehre in einem Studio für Werbefotografie anschloss. Seit damals bin ich in der Werbe-, People- und Modefotografie tätig, stets auf der Suche nach dem perfekten Bild – und befürchtet es nie zu finden.

Diesem selbstkritischen, rastlosen Geist ist es wohl zu verdanken, dass mit den Digitalen Kompositionen eine eigenständige künstlerische Form entstand, die den Betrachter mit ungewohnten Ansichten und poetische Einsichten von Stadt und Land bereichern. Präzise Verschiebungen, Versetzungen und gezielte Farbakzente führen zu einer Art verdichteter, satter Collagen mit unzähligen Einzelheiten, die nicht nur das Auge immer wieder aufs Neue stimulieren.

In der ganzheitlichen Betrachtung scheint jedes Bildwerk alle Sinne anzusprechen. Während die Gesamtkomposition dem Auge einen dekorativen und harmonischen Charakter offenbart, vermag die Dichte an Elementen und Farbplätze, die Atmosphäre zu akzentuieren. Die Luft wird riechbar, die Betriebsamkeit spürbar, die Geräusche hörbar, das Klima fühlbar – alles vermeintlich unverwechselbar und typisch für unsere Zeit.